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40. Radebeuler Grafikmarkt – Wandel und Kontinuität

Dienstag, 09.10.2018

 Über 100 Künstler zu Gast in der Elbsporthalle Radebeul-West am 4. November 2018 von 10.00 bis 18.00 Uhr


Jubiläen bieten oftmals Anlass zur Reflektion. Die Anregung in Radebeul einen Grafikmarkt zu etablieren, stammte von Fritz Treu (1908-2009), dem damaligen Vorsitzenden der Pirckheimer-Gesellschaft. In der Kreissekretärin des Kulturbundes, Erika Claus (1928-2013), hatte er über viele Jahre eine aktive Verbündete gefunden. Nicht zuletzt waren natürlich auch die Künstler an einer Präsentations- und Verkaufsmöglichkeit sehr interessiert.
Der erste Grafikmarkt startete am 20.und 21. Oktober 1979 im Festsaal des Radebeuler Rathauses, welchen die Stadtverwaltung kostenlos zur Verfügung gestellt hatte. Zu den 24 Künstlern, die sich an jenem Grafikmarkt beteiligten, gehörte die heute 92jährige Malerin und Grafikerin Lieselotte Finke-Poser. Sie kann sich noch gut daran erinnern, wie die Grafiken auf Holztischen lagen und an Wäscheleinen hingen, wie die Kunstfreunde, darunter viele fachkundige Sammler, bereits im Treppenhaus Schlange standen, um eine der heiß begehrten Originalgrafiken zu ergattern.
Wenngleich der Radebeuler Grafikmarkt der älteste Grafikmarkt in lückenloser Folge in Sachsen ist, war das kein Grund, sich auf dieser Tatsache auszuruhen. Gesellschaftliche, personelle und räumliche Veränderungen forderten die Organisatoren immer wieder aufs Neue heraus. Als sich die Radebeuler Ortsgruppe des Kulturbundes 1990 aufzulösen begann, übernahm die Stadtgalerie - zugegebenermaßen recht zögerlich - im gleichen Jahr die Veranstaltungsorganisation.
Das Kaufinteresse an Kunst tendierte damals gegen Null. Aber ein Versuch konnte ja nicht schaden. Die Beharrlichkeit zahlte sich schließlich aus. So nach und nach kehrten die Kunstfreunde zurück.
Bereits 1995 sinnierte der damalige Amtsleiter für Bildung und Kultur, Dr. Dieter Schubert, dass der Grafikmarkt wieder aus der Obhut der Stadtverwaltung in die Freiheit entlassen und an einen künftigen »Kunst- und Kulturverein« übergeben werden könnte. Tatsächlich gründete sich 1996 der Radebeuler Kunstverein, welcher bis zu seiner Auflösung im Februar 2017 dem kleinen hauptamtlichen Organisationsteam der Stadtverwaltung - später auch im Verbund mit dem 1999 gegründeten Förderkreis der Stadtgalerie - zuverlässig zur Seite stand.
In verblüffender Logik meinte Fritz Treu 1998 zum 20. Radebeuler Grafikmarkt »Nie hätte ich geglaubt, dass der Grafikmarkt zwanzig Jahre existieren würde. Doch wenn sich eine Sache so lange hält, muss schon etwas dran sein.« Mit wachem Interesse inspizierte und kommentierte er jeden Grafikmarkt. Selbst als Hundertjähriger ließ er sich den kleinen Festakt zum 30. Radebeuler Grafikmarkt nicht entgehen. Würde er noch leben, wäre er wohl sehr  glücklich darüber, dass sich wiederum zehn Jahre später, diese traditionsreiche Veranstaltung auch bei den jüngeren Künstlern eines so großen Zuspruchs erfreut. Denn wo, wenn nicht hier, wird so leidenschaftlich zwischen Produzenten und Rezipienten über Kunst debattiert?
Bedingt durch Umbaumaßnahmen im Rathaus und der gegenüberliegenden Schule galt es ab 2015 eine dauerhafte und bezahlbare räumliche Alternative zu finden. Allen Bedenkenträgern zum Trotz stellte sich die Elbsporthalle in Radebeul-West als eine sehr gute Wahl heraus.
Auch in diesem Jahr haben wieder über 100 Künstler ihre Teilnahme zugesagt. Zusätzlich werden Arbeiten aus den Nachlässen verstorbener Künstler angeboten. Erhältlich sind Druckgrafiken, Collagen, Zeichnungen, Aquarelle, Scherenschnitte, Fotografien, Plakate, Kalender, Künstlerbücher und Kunstpostkarten. Speziell für Kinder gibt es eine Mitmach-Kreativstation. Schauvorführungen, das Künstlercafé, eine Jubiläumsausstellung sowie zahlreiche Service- und Informationsstände beleben den Grafikmarkt auf vielfältige Weise.
Im kommenden Jahr wird es dann eine personelle Veränderung geben. Mit dem 40. Radebeuler Grafikmarkt  erabschiedet sich die langjährige Organisationsleiterin Karin Baum in den Ruhestand. Doch alles ist Anfang und wieder beginnt ein neues Kapitel. Künstler und Freunde der Kunst, so viel steht jetzt schon fest, schreiben daran kraftvoll mit.


Karin Baum,
Sachgebietsleiterin Kunst/Kultur/Stadtgalerie

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