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Der Baum des Jahres 2017 ist die Gemeine Fichte (Picea abies)

Dienstag, 18.04.2017

Einladung zum Baumpflanztag am 25. April 2017, 9.30 Uhr im Lößnitzgrund

Der Fachbeirat der Dr. Silvius Wodarz Stiftung ruft jedes Jahr eine Baumart als Baum des Jahres aus, um auf die Bäume und deren Nutzen für unsere Umwelt aber auch für unsere Wirtschaft aufmerksam zu machen.

Dieses Jahr wurde die Gemeine Fichte (Picea abies) ausgewählt. Im letzten Jahrhundert ist diese Baumart durch großflächige monotone Fichtenwälder und weitreichende Sturmschäden oder Schädlingsbefall u.a. durch den Borkenkäfer in Verruf geraten. Dabei waren für die Schäden vor allem die ökologisch instabilen Reinbestände, eine einheitlich hohe Altersstruktur der Wälder und teilweise ein ungünstiger Standort verantwortlich. Derzeit werden die Monokulturen wieder vielerorts in stabile Mischwälder überführt. Und es ist an der Zeit, sich der Gemeinen Fichte zuzuwenden und über sie zu informieren.

In Deutschland ist die Gemeine Fichte die einzige einheimische Fichtenart. In kühlen, feuchten Tälern oder im Gebirge an der Baumgrenze kommt sie natürlich vor und zeigt sich hier als eine Überlebenskünstlerin. So kann sie bei Trockenstress, wie bei gefrorenem Boden, auch Wasser direkt über ihre Nadeln aufnehmen. Die Fichte ist im Winter zudem sehr kältetolerant und verträgt Temperaturen bis -50°C.
Im Frühjahr ist sie jedoch spätfrostgefährdet.Brechen Teile der Krone ab, wachsen aus den schlafenden Knospen neue Triebe, die das Überleben des Gehölzes sichern. Dann wechselt der Habitus auch mal von einer Baum- in eine Strauchform. Große Fichtenbäume können Kleintieren, wie Spechte, Eulen, Fichtenkreuzschnabel, Schmetterlingen und Käfern Lebensgrundlage bieten. Jedoch kann sich im Wald nur in arten- und altersgemischten Beständen ein stabiles, artenreiches Ökosystem entwickeln.
In der Forstwirtschaft spielt die Fichte für die Holzgewinnung zum Bau von Möbeln, als Industrieholz und für die Papierproduktion eine wichtige Rolle. Das ätherische Öl der Fichte hilft als Badezusatz gegen Rheuma und bei der Durchblutungsförderung. Außerdem ist es bei der Behandlung von Bronchitis hilfreich. Auch als Weihnachtsbaum wurde die Fichte vor Einzug der Nordmanntanne häufig verwendet.
An günstigen Standorten kann die Fichte bis 60 m hoch und 500 Jahre alt werden. Die Baumkrone läuft nach oben hin kegelförmig spitz zu. Ihre Wurzeln entwickeln sich hingegen flach unter der Erdoberfläche. Die Rinde der Fichte ist anfangs rötlich, weshalb sie früher auch als Rot-Tanne bezeichnet wurde. Im Alter wird die Rinde graubraun. Von der Tanne ist die Fichte zum Beispiel durch die Nadeln und die Zapfen gut abzugrenzen. Zieht man die Nadel vom Zweig einer Fichte ab, so bleibt am Grund bei der Fichte eine Fahne, bei der Tanne ein Teller. Die Fichtenzapfen stehen nur am Anfang auf dem Ast, später hängen sie. Tannenzapfen stehen von Beginn an. Zudem fallen die einzelnen Schuppen des Tannenzapfens noch am Baum ab. Wenn vollständige Zapfen auf dem Boden liegen, sind es meist Fichtenzapfen. Eine Blüte wird bei der Fichte erst ab einem Alter von 20 bis 40 Jahren gebildet. Dann produziert die Fichte in einem Abstand von 4 bis 7 Jahren im April/Mai zahlreiche gelbe Pollen, die sich als »Schwefelregen« in ihrer Umgebung niederlassen.
Nicht nur im Wald auch in Gärten wird die Fichte häufig verwendet. Jedoch ist sie aufgrund der Größe, der starken, ganzjährigen Verschattung und der oberflächigen Durchwurzelung mehr für große Grundstücke geeignet. Zudem  versäuert der Boden unterhalb der Fichten durch die herabfallenden Nadeln. Damit wird anderen Pflanzen die Lebensgrundlage genommen.
In Radebeul wachsen ca. 50 Fichten auf kommunalen Grünflächen. Leider hat die Sitkalaus in den letzten Jahren einige der Bäume geschädigt. Auf dem Waldspielplatz auf der Steinbachstraße stehen aber mehrere vitale ältere Exemplare, zu denen 2016 bei der Umgestaltung der Fläche eine Fichte gepflanzt wurde. Dort können die genannten Nachteile der Baumart zum Vorteil gereichen: der Schatten schützt im Sommer die empfindliche Kinderhaut und der eingedämmte Wildaufwuchs vermindert die Pflegekosten.


In diesem Jahr soll eine weitere Gemeine Fichte standortgerecht im Lößnitzgrund gepflanzt werden. Dazu lade ich Sie im Rahmen des siebenten Radebeuler Baumpflanztages am 25. April 2017, 9.30 Uhr herzlich ein. Treffpunkt ist die Kreuzung Meiereiweg, Lößnitzgrundstraße.


Maja Seidel,
Sachgebiet Stadtgrün, Stadtbauamt

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